LIFE 2 - Stellenwert in den Unternehmen

Bedeutung heute und morgen

Zunächst die Fakten: Mobilität ist für die ICT-Entscheider auch in Zukunft eines der drei großen IT-Themen. Insgesamt nennen drei von zehn befragten Entscheidern (30%) die „Enterprise Mobility“ (neben IT-Sicherheit und Business Intelligence) als einen der drei wichtigsten IT-Trends der nächsten Jahre.

Dabei ist die Mobilität zwar ein aktuelles und zukunftsträchtiges Thema, aber durchaus kein neues. Schon heute hat das Thema Mobilität, also die von Zeit, Ort und Endgerät unabhängige Verfügbarkeit von notwendigen Informationen und Arbeitsprogrammen, eine hohe Relevanz in den Unternehmen. Insgesamt messen 70 Prozent der befragten ICT-Entscheider der Mobilität heute einen sehr hohen oder hohen Stellenwert in ihrem Unternehmen zu. Unter den Befragten in den USA ist der Stellenwert der Mobilität sogar noch höher, hier sind es ganze 81 Prozent, für die Mobilität eine hohe oder sehr hohe Bedeutung im Unternehmen hat.

Bedeutung des mobilen Arbeitens

Abbildung 6-1: Bedeutung des mobilen Arbeitens

Hohen Stellenwert hat die Mobilität aber nicht nur für die Entscheider in den Unternehmen, sondern auch für die Nutzer der entsprechenden Anwendungen. So gibt mehr als jeder Zweite der im Rahmen der Studie LIFE 2 befragten IT-Anwender (54%) an, dass es für ihn entscheidend oder sehr wichtig sei, die notwendigen Informationen und Arbeitsprogramme jederzeit und überall verfügbar zu haben. Am wichtigsten ist der mobile Zugriff für die Befragten in Spanien. Hier sind es sieben von zehn Befragten (70%), die auf die ständige Verfügbarkeit aller nötigen Arbeitsunterlagen nicht verzichten mögen. Deutsche Arbeitnehmer hingegen sind mit 47 Prozent Nennungen in den Top 2 Boxes offensichtlich etwas weniger auf den mobilen Zugriff angewiesen als die Befragten in den übrigen Ländern (siehe Abbildung 6-1).

Insgesamt geben rund 21 Prozent der befragten IT-Nutzer an, häufig auch von zu Hause aus zu arbeiten, das ist immerhin jeder fünfte Arbeitnehmer. Vor allem in Großbritannien (29%) und den USA (25%) nutzen viele Beschäftigte die Möglichkeit des Arbeitens im heimischen Arbeitszimmer. In Deutschland sind es deutlich weniger, nämlich nur 16 Prozent. Aber auch das Arbeiten von unterwegs, also beispielsweise an Flughäfen, im Zug oder in Cafés hat inzwischen eine Verbreitung erlangt, die nicht mehr zu vernachlässigen ist: Rund 19 Prozent der befragten IT-Anwender arbeiten häufig von unterwegs, in Spanien und Großbritannien sind es noch etwas mehr – hier gibt knapp jeder vierte Befragte (jeweils 24%) an, häufig auch unterwegs zu arbeiten.

Die Möglichkeit, mobil zu arbeiten, betrachten insgesamt 42 Prozent der befragten IT-Nutzer als beruflichen Vorteil. In Großbritannien sieht sogar jeder zweite Befragte (51%) im mobilen Arbeiten einen beruflichen Vorteil, in Spanien sind es 47 Prozent, in den USA 44 Prozent der Befragten. Aber auch in Deutschland und Frankreich beurteilt jeder Dritte die Möglichkeit mobilen Arbeitens als positiv für den Beruf (37% bzw. 33%).

künftige Bedeutung dezentralen Arbeitens

Abbildung 6-2: künftige Bedeutung dezentralen Arbeitens

Zwei Drittel der befragten ICT-Entscheider (67%) gehen davon aus, dass der Stellenwert dezentralen Arbeitens in ihrem Unternehmen in den kommenden fünf Jahren stark zunehmen wird. Den größten Bedeutungsanstieg erwarten die Entscheider in Großbritannien (74%) und den USA (72%). Es kann also davon ausgegangen werden, dass die Bedeutung, die der Mobilität im Arbeitsalltag zukommt, in Zukunft noch weiter steigen wird – und damit einhergehend auch das Interesse an den entsprechenden ICT-Lösungen(siehe Abbildung 6-2).

ICT-Lösungen

Mobile Lösungen sind heute in unterschiedlichen Geschäftsbereichen unterschiedlich wichtig. 41 Prozent der ICT-Entscheider sehen vor allem den Vertrieb als einen der Bereiche des Unternehmens, in denen es besonders wichtig ist, dass die Mitarbeiter auch von unterwegs jederzeit auf Firmendaten zugreifen und diese auch bearbeiten können. Gleichermaßen hohe Bedeutung hat der mobile Zugriff auch für den Bereich Kundenservice (41%). Aber auch im Außendienst (39%), der Forschung und Entwicklung (38%) und im Marketing (35%) kommt dem mobilen Zugriff auf Firmendaten vergleichsweise hohe Bedeutung zu.

Was die Beurteilung der Bedeutung einzelner Anwendungen angeht, so zeigt sich, dass aus Sicht der ICT-Entscheider vor allem die mobile Verfügbarkeit von E-Mail-Anwendungen von hoher Bedeutung ist (73%). Ebenfalls wichtig aus Sicht der ICT-Entscheider: die Verfügbarkeit von Kalendern und Kontakten (58%) und Office-Anwendungen, die es also beispielsweise erlauben, Präsentationen auch unterwegs oder beim Kunden zu bearbeiten (52%). Vier von zehn ICT-Entscheidern (44%) halten es für besonders wichtig, dass auch Management-Informationssysteme (wie z.B. ERP/SAP-Anwendungen) mobil verfügbar sind. Jeweils etwa ein Viertel der Befragten sieht eine besondere Bedeutung beim mobilen Zugriff auf CRM-Anwendungen (26%) und bei den bereichsspezifischen Lösungen wie z.B. dem Zugriff auf gemeinsame Entwicklungsplattformen (24%).

heutige und künftige Nutzung einzelner Anwendungen

Abbildung 6-3: heutige und künftige Nutzung einzelner Anwendungen

Auch für die Beschäftigten, also die Nutzer der jeweiligen Anwendungen, liegt die Priorität klar auf der mobilen Verfügbarkeit von E-Mail-Anwendungen und den Office-Anwendungen. Jeder zweite der befragten IT-Nutzer ruft seine E-Mails heute bereits mobil ab (50%), weitere 22 Prozent würden dies gern tun. Informationssysteme (z.B. Kalender) nutzen heute 36 Prozent der Beschäftigten mobil, weitere 23 Prozent würden sich eine mobile Nutzbarkeit wünschen. Mobiler Zugriff auf Dokumente, die sich auf Firmenlaufwerken befinden, ist heute für ein Viertel der Befragten (25%) verfügbar, knapp ebenso viele (23%) würden diese Dokumente gerne auch mobil nutzen (siehe Abbildung 6-3).

Ausstattung mit mobilen Endgeräten

Voraussetzung für eine mobile Nutzung von Geschäftsanwendungen ist aber natürlich nicht nur die prinzipielle mobile Verfügbarkeit der Anwendungen, sondern auch die entsprechende Ausstattung der Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten. Heute wird insgesamt etwa jedem vierten der befragten Beschäftigten (27%) von seinem Arbeitgeber ein internetfähiges Mobiltelefon oder ein Smartphone zur Verfügung gestellt. 38 Prozent erhalten einen Laptop oder ein Netbook. Im internationalen Vergleich sind es vor allem die Beschäftigten in Spanien, die von ihren Arbeitgebern großzügig mit mobilen Endgeräten ausgestattet werden: Hier erhält sogar jeder Zweite von seinem Arbeitgeber ein internetfähiges Mobiltelefon bzw. ein Smartphone, rund 45 Prozent können einen Laptop oder ein Netbook nutzen. Besonders sparsam sind dagegen die Arbeitgeber in den USA, dort erhalten nur 14 Prozent der Beschäftigten ein dienstliches Mobiltelefon/Smartphone und rund 31 Prozent einen Laptop/Netbook.

Sicherheitspakete

Sicherheit sollte groß geschrieben werden, wenn es um mobile Datenübertragung und -nutzung im Unternehmen geht. Und tatsächlich ist acht von zehn IT-Anwendern das Thema Datensicherheit bei ihrer Arbeit entscheidend oder sehr wichtig. Besonders sensibel gegenüber dem Thema Datensicherheit zeigen sich die Beschäftigten in Deutschland (89%), am wenigsten wichtig ist die Datensicherheit in Frankreich. Hier geben nur 65 Prozent der Befragten an, auf Datensicherheit „entscheidenden“ oder „sehr hohen“ Wert zu legen. Insgesamt sorgen 84 Prozent der Anwender im Unternehmen durch Verschlüsselung und/oder Passwortschutz für den Schutz der Daten auf ihrem dienstlich verwendeten Laptop. Knapp drei Viertel der Befragten (73%) schützen auch die Daten auf ihrem dienstlich verwendeten Mobiltelefon/Smartphone via Passwort und/oder Verschlüsselung. Besonders sorgfältig sind dabei die Befragten in Großbritannien (95%), eher etwas sorglos gehen dagegen die Beschäftigten in Frankreich mit ihren Daten um – hier sichern nur vier von zehn Befragten (41%) ihr Mobiltelefon mit Passwort und/oder Verschlüsselung.

Sicherheitsaspekte

Abbildung 6-4: Sicherheitsaspekte

Ein gewisser Nachholbedarf in Sachen Sicherheit besteht offensichtlich auf Entscheiderlevel: Nur jeder zweite ICT-Entscheider (53%) gibt an, dass es in seinem Unternehmen eine End-to-End Security-Strategie gibt, die auch die mobilen Endgeräte und Übertragungswege mit einbezieht. 19 Prozent wissen nicht, ob eine solche Strategie existiert, und 28 Prozent sind sich sogar sicher, dass es eine solche Strategie in ihrem Unternehmen nicht gibt (siehe Abbildung 6-4). Gleichzeitig vermutet jeder dritte ICT-Entscheider (33%), dass in seinem Unternehmen auch vertrauliche Informationen gelegentlich unverschlüsselt über Mobilfunknetze übertragen werden. Eine mögliche Lösung für mehr Sicherheit, insbesondere für den Datenabruf von unterwegs, sind rollenbasierte Zugriffe: Zwei Drittel der ICT-Entscheider (66%) finden Konzepte, die rollenbasierte Zugriffe unterstützen (z.B. Zugriff auf Kundeninformationen speziell für Außendienstmitarbeiter) sehr interessant oder interessant.

66% der ICT-Entscheider finden Konzepte, die rollenbasierte Zugriffe unterstützen, sehr interessant oder interessant.