Liebe Leserinnen und Leser,
der Datenverkehr wächst explosionsartig, immer mehr Anwendungen werden über unsere Netze abgewickelt. Das hat Folgen. Immer mehr Informationen werden immer schneller übermittelt: In den 1990er Jahren mit Kilobit/s, in den 2000er Jahren dann mit Megabit/s und heute reden wir über Gigabit/s. Ganz eindeutig: Wir sind auf dem Weg in die Gigabit-Gesellschaft.
Das prägt nicht nur unser Privatleben, sondern immer mehr auch die Arbeitswelt. ICT-basierte Innovationen sind ein Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Dies bestätigen zwei Drittel der in dieser Studie befragten IT-Entscheider. Immer mehr Unternehmen beziehen ICT-Services aus der „Wolke“: Rechenleistung und IT-Intelligenz kommen dabei direkt aus dem Netz. 46 Prozent der Befragten erwarten, dass sich dieses Cloud Computing in den nächsten 2 bis 5 Jahren flächendeckend durchsetzen wird. Schließlich verändern sich durch die Vernetzung ganze Branchen, etwa im Bereich der Telemedizin, der Verkehrssteuerung oder bei intelligenten Stromnetzen, den sogenannten Smart Grids.
Die Deutsche Telekom unterstützt Unternehmen bei diesem Wandel. Dabei stehen wir in regelmäßigem Austausch mit Experten und Vordenkern aus Wissenschaft und Forschung, die sich intensiv mit wichtigen Fragen unserer Branche befassen: Welche zentralen ICT-Trends beschäftigen die Entscheider? Welchen Beitrag trauen Experten der ICT für Branchen wie Energie oder Automobil zu? Professor Tobias Kretschmer ist in der vorliegenden Studie „LIFE 2 – Vernetztes Arbeiten in Wirtschaft und Gesellschaft“ diesen Fragen sowie weiteren Entwicklungen und Trends nachgegangen. Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre und viele neue Erkenntnisse!
Ihr
René Obermann

Professor Dr. Tobias Kretschmer ist Direktor des Instituts für Kommunikationsökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die vorliegende Studie wurde von ihm in Zusammenarbeit mit der Strategieberatung zehnvier konzipiert und realisiert.
Herr Professor Kretschmer, was war der Grundgedanke hinter der Themenauswahl für „LIFE 2 – Vernetztes Arbeiten in Wirtschaft und Gesellschaft“?
Professor Tobias Kretschmer: Wir wollten einen guten Überblick über prominente Zukunftsfelder schaffen. Dabei war es uns wichtig, eine Kombination zu wählen von „allgemeinen“ Themen, die alle Unternehmen unabhängig von ihrer Branche betreffen wie Flexibilität, Kooperation und Mobilität, und branchenspezifischen Themen, die auf die Gesellschaft als Ganzes bedeutsame Einflüsse ausüben, also z. B. Verkehr, Energie oder Gesundheit.
Herr Clemens, wie steht T-Systems zu den in der Studie betrachteten Themen?
Reinhard Clemens: Prof. Dr. Kretschmer und sein Team haben es geschafft, einen sehr spannenden und zugleich konzentrierten Überblick über die wichtigsten Trends und die wachsende Bedeutung von ICT zu geben. Technische Neuerungen treiben die Globalisierung, der weltweite Handel treibt technische Entwicklungen voran. Unternehmen vernetzen sich immer mehr, intern und über Unternehmensgrenzen hinweg. Für den Einzelnen verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeits- und Freizeit, gearbeitet wird immer häufiger unterwegs statt an einem festen Büroplatz.
Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere an der Studie LIFE 2?
Professor Tobias Kretschmer: Wir haben einen sehr vielschichtigen Ansatz gewählt, der verschiedene Blickwinkel miteinander verbindet: Die qualitative Untersuchung kombiniert die Sicht von Wissenschaftlern und Industrieanalysten. Die Ergebnisse hieraus sind dann in die quantitative Befragung der 1.559 ICT-Entscheider, 1.009 ICT-Nutzer in den Unternehmen und schließlich 1.336 Endkonsumenten eingeflossen. Das erlaubt es, die verschiedenen Trends von allen Seiten zu beleuchten.

Reinhard Clemens ist im Vorstand der Deutschen Telekom AG verantwortlich für den Vorstandsbereich T-Systems und Chief Executive Officer (CEO) von T-Systems. Zur Publikation der Ergebnisse wird die Studie "Vernetztes Arbeiten in Wirtschaft und Gesellschaft" von der Deutschen Telekom unterstützt.
Was kann die Deutsche Telekom angesichts dieser Trends leisten?
Reinhard Clemens: Das Stichwort und verbindende Element ist für uns das „intelligente Netz“. Egal ob Sie sich die Ergebnisse zum Thema Verkehr, zu Gesundheit oder Energie anschauen: Fast alle Zukunftstrends beruhen darauf, dass die einzelnen Elemente des Systems intelligent miteinander verknüpft werden. Das ist eine Stärke von T-Systems, mit der wir ganz massiv zur Lösung dringender Herausforderungen in der Gesellschaft beitragen können.
Welches Ergebnis war für Sie besonders spannend?
Professor Tobias Kretschmer: Die Einschätzungen zum erwarteten Umsatzwachstum und vor allem dem Beitrag der ICT dazu finde ich persönlich extrem spannend, weil sie einen Einblick in die volkswirtschaftliche Dimension der ICT ermöglichen. Für Folgestudien könnte ich mir vorstellen, diesen Aspekt noch zu vertiefen. Auch die an verschiedenen Stellen auftretenden Hinweise auf die Bedeutung von ICT als Innovationstreiber in Unternehmen und Branchen sind sehr interessant.
Wie lautet die wichtigste Erkenntnis für Sie persönlich?
Reinhard Clemens: Das Wissen um die Bedeutung von ICT für Innovation und Wettbewerb ist in Deutschland weniger ausgeprägt als in anderen Ländern, wie die Studie zeigt. Deshalb brauchen wir hier mehr Engagement. So wie etwa beim Thema Cloud Computing. Die Bedeutung des dynamischen und flexiblen Bezugs von ICT-Leistung steigt – und mit einer „Cloud made in Germany“ können wir den Wirtschaftsstandort Deutschland weiter stärken.

