LIFE 2 - Flexibilität und Sourcing

Bedeutung im Unternehmen

Abbildung 4-1: Bedeutung im Unternehmen

Flexibilität in der ICT – für die Experten des Think Tanks eines der drei großen Veränderungsthemen der nächsten Jahre. Und auch für die ICT-Entscheider spielt die Flexibilisierung, also die variable Ausgestaltung der ICT, eine wichtige Rolle : Zwei Drittel der befragten ICT-Entscheider (67%) geben an, dass das Thema „Flexibilisierung“ in ihrem Unternehmen bereits heute sehr hohen oder hohen Stellenwert hat (siehe Abbildung 4-1).

Der Grund hierfür ist naheliegend: Oft sind es Flexibilität und Dynamik am Markt, die über den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens entscheiden. Das ganze oder teilweise (Out-)Sourcing der ICTwiederum kann eben genau diese Flexibilität erhöhen, mit der Unternehmen auf Marktveränderungen reagieren können. Das Sourcing ermöglicht es beispielsweise, relativ flexibel zusätzliche ICT-Kapazitäten bereitzustellen, etwa um Lastspitzen auszugleichen und aufzufangen. Umgekehrt können die ICT-Kapazitäten in Zeiten geringerer Last (seien sie nun durch die allgemeine Wirtschaftslage oder aktuelle Entwicklungen im Markt bedingt oder im Unternehmen selbst begründet) natürlich auch wieder reduziert werden. Die Zeiten, in welchen überdimensionierte ICT-Kapazitäten für Boomphasen vorgehalten werden mussten, sind damit vergangen – ebenso wie die mit den Überkapazitäten einhergehende Kapitalbindung. Und auch in puncto Geschwindigkeit kann das Sourcing Vorteile bringen. Reaktionszeiten können sich erheblich verkürzen, wenn ICT-Ressourcen innerhalb nur weniger Tage oder Wochen verändert werden können. Das wiederum verschafft den Unternehmen eine wesentlich höhere Agilität, beispielsweise im Projektgeschäft.

Untersuchungen zeigen, dass es aus Sicht der Unternehmen dabei oftmals die Angebote großer Outsourcing-Anbieter sind, die sich durch besondere Attraktivität auszeichnen. Diese großen Anbieter profitieren besonders stark von Skalenerträgen und Spezialisierungsvorteilen, die sie an die Kunden weitergeben können. In Märkten mit einigen großen Anbietern sind Kosten- und Qualitätsvorteile für die Kunden also tendenziell stärker ausgeprägt als in hart umkämpften Märkten mit einer Vielzahl kleiner Anbieter.8 Soweit die Theorie. Doch wie steht es um das Thema Sourcing im Unternehmensalltag?

61 Prozent der im Rahmen der Studie LIFE 2 befragten ICT-Entscheider geben an, dass in ihrem Unternehmen die ICT ganz oder teilweise an Dritte ausgelagert ist. Die meisten Unternehmen, die ihre ICT ganz oder teilweise auslagern, verlassen sich dabei auf die Zusammenarbeit mit nur einem Anbieter (38% Nennungen unter den ICT-Entscheidern). Etwa jeder vierte ICT-Entscheider gibt an, dass die ICT an mehrere verschiedene Anbieter ausgelagert ist (23%).

Sourcing

Abbildung 4-2: Sourcing

Ausgelagert werden dabei heute in erster Linie die Bereiche Server/Speicherung und Software/Anwendungen (je 43%), Kommunikationslösungen (34%) und der Bereich Entwicklung/Testing (33%). Weniger gebräuchlich ist es hingegen, strategische ICT-Beratung (28%) oder das Management von ICT auszulagern (25%). Jeder dritte ICT-Entscheider (33%) gibt zudem an, dass in seinem Unternehmen geplant ist, künftig (vermehrt) Teile der ICT an Externe auszulagern. Dies entspricht allein in Deutschland über 600 Organisationen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern, die künftig verstärkt auf ICT-Sourcing setzen wollen. Insgesamt planen in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und den USA über 5.500 Großunternehmen, in Zukunft vermehrt die Vorzüge des ICT-Sourcing zu nutzen.9 Dabei wird der Fokus voraussichtlich auf den Bereichen Software, Speicherung und Entwicklung/Testing liegen (siehe Abbildung 4-2).

„Der Outsourcing-Anteil an den ICT-Ausgaben wächst.“
Christophe Châlons, Chief Analyst, PAC Group

8 Kretschmer, Tobias / Hecker, Achim (2010)

9 Eigene Hochrechnung auf Basis der Studienergebnisse