LIFE 2 - Fazit

FazitIm Mittelpunkt der Studie LIFE 2 stand die Frage, inwieweit Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) unsere Arbeitswelt prägen und verändern. Der Status quo hat hierbei ebenso interessiert wie die Bedeutung der ICT in fünf Jahren. Um ein umfassendes Bild der Rolle der ICT in der Arbeitswelt zu zeichnen, wurden im Rahmen der Studie sowohl qualitative als auch quantitative Elemente miteinander kombiniert. Dabei wurde Wert darauf gelegt, das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten – Wissenschaftler kamen ebenso zu Wort wie Branchenexperten und Unternehmensvertreter auf Entscheiderebene. Wichtig war es aber auch, die Sichtweise der Anwender zu beleuchten. Die ICT, so eine wesentliche Erkenntnis der Studie, spielt in unserem Arbeitsleben eine vielfältige Rolle und beeinflusst unterschiedlichste Parameter des Wirtschaftslebens.

Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist die ICT vor allem aufgrund ihres Wachstumsbeitrages interessant. Die ICT-Branche selbst hat sich in den letzten Jahren überdurchschnittlich positiv entwickelt und ihr originärer Beitrag zu Wertschöpfung und Beschäftigung nimmt stetig zu. Andererseits fungiert die ICT aber auch in anderen Branchen als wichtiger „Wachstumsmotor“, indem sie die Basis für Innovationen und neue Geschäftsmodelle schafft. Es ist aufgrund der Studien¬ergebnisse davon auszugehen, dass diese gesamtwirtschaftliche Bedeutung der ICT noch erheblich zunehmen wird.

Aus Sicht des einzelnen Unternehmens geht es bei der Beurteilung und Nutzung von ICT sowohl um Wachstum als auch um das Thema „Kosteneinsparung“. Die ICT kann einerseits – beispielsweise durch virtuelle Kooperationslösungen in der Forschung und Entwicklung – die Innovationskraft der Unternehmen grundlegend stärken. Zudem machen ICT-basierte Lösungen und Technologien wie die elektronische Vernetzung von Alltagsgegenständen mit Hilfe von RFID-Tags neue Geschäftsmodelle möglich. Andererseits wird ICT als entscheidender Hebel zur Erzielung von Kostenvorteilen gesehen. Die kosteneffiziente Gestaltung der unternehmenseigenen ICT-Infrastruktur, zum Beispiel durch flexibles Sourcing oder Cloud Computing, ist hierbei nur einer von vielen Aspekten. Genauso bedeutsam sind aus Sicht der Unternehmen Einsparungen, die durch den intelligenten Einsatz von ICT realisiert werden können, zum Beispiel in Form von ICT-gestützter Prozessgestaltung innerhalb des Unternehmens, in Form von Einsparungen an Reisezeit und -kosten beim vermehrten Einsatz virtueller Kollaboration oder in Form von Einsparungen bei den Energiekosten, die sich bei einer Umstellung auf Green IT erzielen lassen.

Auf Ebene des einzelnen Arbeitsplatzes schließlich hat die ICT vor allem Auswirkungen auf die wahrgenommene Qualität des Arbeitens: Mobiles Arbeiten, dezentrales Arbeiten, virtuelle Kollaboration und kürzere Projektlaufzeiten sind hier wichtige Stichworte.

Die vielfältigen Prioritäten und Sichtweisen der einzelnen befragten Gruppen zeichnen also ein Bild der ICT als Schlüssel- und Enablertechnologie für verschiedene Branchen und auf unterschiedlichen Ebenen. In dieser Rolle jedoch, darin sind sich Wissenschaft, Unternehmensvertreter, professionelle Nutzer von ICT und Konsumenten einig, wird ICT eine entscheidende und weiter wachsende Bedeutung in der künftigen Entwicklung der Arbeitswelt einnehmen.