LIFE 1 - Weitere Lebensbereiche

Der Lebensbereich Sicherheit ist bereits heute sehr hoch vernetzt: Jeder zweite Befragte in Deutschland (50%) gibt an, dass Digitalisierung und Vernetzung in diesem Bereich für ihn persönlich unverzichtbar oder sehr wichtig sind. Noch wichtiger ist die Digitalisierung für diesen Lebensbereich nur noch in Großbritannien (54%) und den USA (57%). In den Bereichen Gesellschaft und Gemeinschaftsleben sowie Gesundheit und Fitness haben Digitalisierung und Vernetzung heute für 25 Prozent beziehungsweise 13 Prozent der deutschen Internetbevölkerung hohe Bedeutung. Im Bereich Gesundheit und Fitness sind andere Länder Deutschland deutlich voraus: Sowohl in den USA als auch in Südkorea sind Digitalisierung und Vernetzung in diesem Bereich bereits für 26 Prozent der Befragten, doppelt so viele wie in Deutschland, unverzichtbar oder sehr wichtig.

Lebensbereich Sicherheit: Wichtigste Ergebnisse

Mehr als jeder zweite der befragten Konsumenten in Deutschland und mehr als drei Viertel der befragten Experten gehen davon aus, dass der Stellenwert der Digitalisierung im Lebensbereich Sicherheit – trotz des bereits sehr hohen Ausgangsniveaus – zukünftig noch weiter zunehmen wird. Dabei ist zu beachten, dass in diesem Lebensbereich zwei unterschiedliche Aspekte zusammengefasst sind.

Das Mobiltelefon vermittelt Sicherheit

bbildung 46: Das Mobiltelefon vermittelt Sicherheit

Einerseits ist hier an das persönliche Sicherheitsgefühl zu denken, das beispielsweise durch das Mobiltelefon deutlich erhöht wird. So geben rund 74 Prozent der deutschen Onliner an, dass ihr Mobiltelefon ihnen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt (z. B. weil sie damit Hilfe holen können, wenn sie alleine unterwegs sind). Noch wichtiger ist diese Funktion des Mobiltelefons in den USA (76%), in Großbritannien (77%) und vor allem in Ungarn (89%). 86 Prozent der Befragten aus der Gruppe der Digitalen Avantgarde wissen diesen Aspekt ebenfalls sehr zu schätzen (siehe Abbildung 46).

Zum Lebensbereich Sicherheit gehört aber nicht nur die persönliche Sicherheit, sondern auch der wichtige Themenkomplex der Sicherstellung der Privatsphäre im Internet. Die Studie zeigt, dass auch dieser Aspekt von hoher Bedeutung für die Konsumenten ist. So sind rund 86 Prozent der befragten deutschen Onliner der Ansicht, der verantwortungsvolle Umgang mit dem Internet sollte bereits in der Schule vermittelt werden. In der Gruppe der Digitalen Avantgarde finden dies sogar 90 Prozent.

83 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, sich (sehr) für Dienste aus dem Bereich Privacy und Datensicherheit zu interessieren, also für Dienste, die ganz allgemein gesprochen für den Schutz der eigenen Privatsphäre im Netz sorgen. 79 Prozent zeigen Interesse an Diensten, die explizit dem Schutz von Minderjährigen dienen.

Beurteilung verschiedener Dienste im Bereich Sicherheit

Abbildung 47: Beurteilung verschiedener Dienste im Bereich Sicherheit

Weitere wichtige Bereiche im Zusammenhang mit der Sicherheit sind aber auch die Aspekte der Systemsicherheit und der Datensicherheit. 88 Prozent der deutschen Onliner geben an, an Angeboten rund um die Systemsicherheit interessiert zu sein. Damit sind zum Beispiel Angebote aus dem Bereich Viren- oder Spam-Schutz angesprochen. Und rund 87 Prozent finden Angebote interessant, die der Verhinderung von Datenmissbrauch (z. B. beim E-Banking oder Online-Shopping) dienen (siehe Abbildung 47). Länderübergreifend gibt etwa jeder zweite Befragte an, sich beim Online-Kauf oft Sorgen zu machen, ob der Zahlungsverkehr auch wirklich sicher ist.

Interesse am Austausch mit Gleichgesinnten

Abbildung 48: Interesse am Austausch mit Gleichgesinnten

Lebensbereich Gesellschaft und Gemeinschaftsleben: Wichtigste Ergebnisse

Jeder zweite Befragte in Deutschland und Großbritannien (jeweils 51%) findet es spannend, sich mit anderen Menschen auszutauschen, die zwar weit entfernt leben, aber die gleichen Interessen haben wie man selbst. In den USA finden an einem solchen Austausch 55 Prozent der Befragten Gefallen, in Ungarn 56 Prozent, in Frankreich 67 Prozent und in Südkorea gar 76 Prozent. Ebenso viele Befragte aus der Gruppe der Digitalen Avantgarde haben Spaß am Austausch mit Gleichgesinnten über das Internet (siehe Abbildung 48). Das Internet schafft so Verbindungen zwischen Menschen und öffnet Türen in andere Länder. So können heute Clubs und Vereine entstehen, die nicht mehr unbedingt auf lokaler Nähe basieren, sondern sich an gemeinsamen Interessen ausrichten, und zwar unabhängig vom Wohnort. Bereits etwa jeder dritte Befragte in Deutschland, Ungarn und Großbritannien interessiert sich für solche virtuellen Clubs und Vereine. In Frankreich ist es sogar jeder zweite, in den USA jeder fünfte Befragte.

Information über das Geschehen in der eigenen Stadt

Abbildung 49: Information über das Geschehen in der eigenen Stadt

Aber auch auf der lokalen und regionalen Ebene hat das Internet einen wichtigen Stellenwert im Bereich Gesellschaft und Gemeinschaftsleben. Beispielsweise informiert man sich auch über das Geschehen in der eigenen Stadt immer häufiger über das Internet – in den USA nutzen heute bereits 55 Prozent der Befragten, in Südkorea 68 Prozent der Befragten das Internet als erste und wichtigste Informationsquelle für das, was in ihrer Stadt passiert. Das Gleiche gilt für 59 Prozent der Befragten aus der Konsumentengruppe der Digitalen Avantgarde in Deutschland (siehe Abbildung 49).

Und natürlich spielt das Internet auch in der Politik eine immer bedeutendere Rolle. Glaubt man verschiedenen Politexperten, so war beispielsweise die US-amerikanische Präsidentschaftswahl im Jahr 2008 die erste Wahl der Geschichte, die im Internet entschieden wurde.6

Lebensbereich Gesundheit und Fitness: Wichtigste Ergebnisse

31 Prozent der Befragten in Deutschland geben an, sich vorab im Internet über ihre Symptome zu informieren, bevor sie mit Beschwerden zu einem Arzt gehen. Nach dem Besuch beim Arzt lesen dann rund 36 Prozent der deutschen Onliner die Diagnose ihres Arztes nochmals im Internet nach. Am häufigsten tun dies übrigens die Befragten in den USA – dort geben ganze 70 Prozent der Befragten an, Diagnosen nochmals nachzulesen. Auch in Großbritannien lesen 60 Prozent der Befragten die Diagnose im Internet nach und in Südkorea immerhin jeder zweite Befragte.

Interesse am Mobile Health Monitoring

Abbildung 50: Interesse am Mobile Health Monitoring

Das Internet wird von den Konsumenten aber nicht nur dann zu Rate gezogen, wenn sich konkrete Beschwerden zeigen, sondern durchaus auch präventiv genutzt. 40 Prozent der deutschen Onliner geben an, öfter mal einen Gesundheits-Check im Internet zu machen, beispielsweise indem sie ihren Body-Mass-Index ausrechnen, einen Ernährungs-Check, Vitamin-Check oder Risikofaktoren-Check machen. Übertroffen werden die Deutschen dabei nur noch von den Ungarn – in Ungarn geben 45 Prozent der Befragten an, das Internet öfter für Gesundheits-Checks zu nutzen. Die Ungarn sind es auch, die im Ländervergleich das höchste Interesse an den verschiedenen Diensten aus dem Bereich Gesundheit und Fitness zeigen: 59 Prozent der ungarischen Befragten fänden beispielsweise Angebote rund um das Mobile Health Monitoring sehr interessant oder interessant. Mit diesem Stichwort werden Dienste bezeichnet, die wesentliche Gesundheitswerte (wie z. B. Atmung, Puls, Blutwerte) über ein mobiles Diagnosegerät überwachen und bei Bedarf an ein Gesundheitscenter oder den Hausarzt übertragen können. Zum Vergleich: In Deutschland interessieren sich 36 Prozent der Befragten für solche Angebote, bei der Digitalen Avantgarde liegt der Wert bei 64 Prozent (siehe Abbildung 50).

6 Vgl. z. B. Moorstedt, Tobias: Jeffersons Erben – Wie die digitalen Medien die Politik verändern. Verlag Suhrkamp, Frankfurt am Main 2008.