LIFE 1 - Entwicklung von Digitalisierung und Vernetzung

Prognose zur Entwicklung der stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland

Abbildung 15: Prognose zur Entwicklung der stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland

Das meinen die Experten

Für die Zukunft rechnen die Experten der Delphi-Befragung mit einer weiteren Zunahme der Breitbandanschlüsse in Deutschland. Konkret gehen sie davon aus, dass die Zahl der Breitbandanschlüsse von heute 18.7 Millionen auf 25 Millionen im Jahr 2010 ansteigen wird. Für das Jahr 2015 rechnen die befragten Experten dann mit 36 Millionen Breitbandanschlüssen (siehe Abbildung 15).

Prognose zur Entwicklung der UMTS-Anschlüsse in Deutschland

Abbildung 16: Prognose zur Entwicklung der UMTS-Anschlüsse in Deutschland

Der Großteil der Experten prognostiziert dabei für städtische Gebiete Übertragungsgeschwindigkeiten von deutlich über 50 Mbit/s bis 2015, für Anschlüsse im Premiumpreissegment sogar von über 100 Mbit/s. Auch das mobile Internet wird nach Meinung der Experten erheblich an Bedeutung gewinnen. Die Zahl der UMTS-Mobilfunkanschlüsse wird den Experten zufolge bis zum Jahr 2010 auf rund 20 Millionen ansteigen und sich damit gegenüber dem Stand von Ende 2007 knapp verdoppeln (siehe Abbildung 16).

Infrastrukturseitig steht einer weiteren Digitalisierung und Vernetzung also nichts im Weg. Behalten die Experten recht, so werden wir in den nächsten zwei bis fünf Jahren einen weiteren deutlichen Sprung in Richtung digitaler Gesellschaft erleben: Stationäres und mobiles Internet werden sich weiter in zunehmendem Maße ergänzen, Verbindungen werden breitbandiger und stabiler, Übertragungsgeschwindigkeiten werden zunehmen.

Mit welchen Trends in der Telekommunikation ist also zu rechnen? Die Experten sehen hier vor allem folgende sieben Entwicklungen:

Alles wird mobil. Es gibt keine klassische Unterscheidung mehr zwischen Festnetz und Mobilnetz, alle relevanten Dienste und Medieninhalte sind auch mobil verfügbar, mobiles Internet wird ein Massenphänomen.

Alles wird IP. Die Telekommunikationswelt wird komplett auf dem Internet Protocol basieren, Voice over IP (VoIP) wird zunehmend den Massenmarkt erreichen.

Endgeräte. Die heutigen Smartphones werden zu leistungsfähigen Alleskönnern mit einfachster und intuitiver Benutzerführung – mit diesen Endgeräten ist man ständig online, steuert remote verschiedenste Dienste und kann alle Medien auch mobil konsumieren.

Always On. Mit überall verfügbaren Netzen und leistungsfähigen Endgeräten wird jedermann jederzeit online sein.

Konvergenz. Verschiedene Branchen werden zunehmend miteinander verschmelzen und Leistungen aus einer Hand anbieten – eine klare Trennung von Netzbetreibern, Diensteanbietern, Media-Content-Anbietern und Endgeräteherstellern wird es zukünftig nicht mehr geben.

Mobiles Bezahlen. Kauf- und Bezahlprozesse werden zunehmend über mobile Endgeräte abgewickelt.

Mobile Workforce. Personalstrukturen werden zunehmend von Telearbeit und virtueller Teamarbeit geprägt werden, mobiler Zugriff auf virtuelle Speicher wird eine Selbstverständlichkeit, die Arbeitswelt wird sich insgesamt noch deutlich vernetzter darstellen, als sie es heute schon ist.

Das erwarten die Konsumenten von zunehmender Digitalisierung und Vernetzung

Von zunehmender Digitalisierung und Vernetzung erhoffen sich die befragten Konsumenten vor allem eine Erleichterung des täglichen Lebens, und zwar insbesondere im Arbeitsleben und beim Umgang mit Behörden, aber auch im Privatleben, etwa beim Shopping.

Weiterhin erwarten die deutschen Onliner von der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung auch eine Verbesserung des Informationsaustausches: Bereits heute gestattet das Internet den unkomplizierten Zugriff auf Informationen aller Art, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Mit zunehmender Verfügbarkeit des mobilen Internets werden Newsportale, Online-Enzyklopädien und Wörterbücher, elektronische Bücher, digitalisierte Bibliotheken etc. dann nicht nur jederzeit, sondern vor allem auch überall verfügbar sein.

Weitere positive Auswirkungen, die die Konsumenten von einer zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung ihres Alltags erwarten, sind allgemeine Erleichterungen beim Aufbauen und Pflegen privater und beruflicher Kontakte, eine Erhöhung der eigenen Erreichbarkeit, allgemeine Zeitersparnis und dadurch insgesamt auch ein Mehr an Freizeit.

Demgegenüber stehen naturgemäß auch einige Bedenken, die sich vor allem um die Themen Datensicherheit, Schutz vor Datenmissbrauch und Wahrung der Privatsphäre drehen. Einige der Befragten befürchten als mögliche negative Auswirkung einer verstärkten Digitalisierung auch zunehmende Entfremdung und Vereinsamung, andere sorgen sich, dass Hektik und Stress durch die ständige Erreichbarkeit nicht ab-, sondern im Gegenteil noch zunehmen könnten. Und nicht zuletzt formulieren einige der Befragten auch gewisse Sorgen vor einer zu großen Abhängigkeit von der Technik und ihrem Funktionieren.