Für Anbieter von Breitbanddienstleistungen, aber auch für die Hersteller von Endgeräten aus den Bereichen Internet und Telekommunikation stellt sich damit die Herausforderung, die Angebote entsprechend zu gestalten, damit sie den Bedürfnissen der Konsumenten entgegenkommen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, worauf die Konsumenten den größten Wert legen:
Einfach und intuitiv zu nutzende Geräte und Dienste. Von den 5.120 befragten deutschen Onlinern stimmen rund 79 Prozent der Aussage „Technische Geräte und Internetangebote müssen vor allem einfach und intuitiv zu bedienen sein“ zu. Dass dieser Wunsch nach Einfachheit keineswegs im mangelnden technischen Verständnis der Nutzer begründet liegt, sondern vielmehr Ausdruck eines gestiegenen Selbstbewusstseins der Konsumenten gegenüber den Anbietern ist, zeigt unter anderem der Blick auf die Vergleichsgruppe der Digitalen Avantgarde. Diese Konsumentengruppe, obwohl technisch sehr versiert, ist sogar noch etwas anspruchsvoller als der Durchschnittsnutzer, wenn es um die einfache Nutzbarkeit geht: Hier liegen die Zustimmungswerte bei rund 81 Prozent. Noch weniger bereit, sich mit komplizierter Nutzerführung und schlechter Bedienbarkeit auseinanderzusetzen, sind die Franzosen. Der entsprechende Wert liegt hier bei 87 Prozent.
Bei der Gestaltung neuer Geräte und Angebote auf einfache Nutzbarkeit zu achten erscheint auch deshalb sinnvoll, weil vor allem die deutschen Konsumenten nur wenig Bereitschaft zeigen, sich bei neuen technischen Geräten mit der Bedienungsanleitung zu beschäftigen. Der Aussage „Wenn ich ein neues Gerät auspacke, lese ich zuerst einmal gründlich die Bedienungsanleitung“ stimmen in Deutschland nur 37 Prozent der Befragten zu. Mit anderen Worten: Rund 63 Prozent der deutschen Onliner nehmen neue technische Geräte in Betrieb, ohne die Bedienungsanleitung zu lesen. Im Ländervergleich ist Deutschland damit dasjenige Land, in dem Bedienungsanleitungen am wenigsten häufig gelesen werden. In den übrigen befragten Ländern liegen die entsprechenden Werte zwar etwas höher (in Frankreich lesen 44 Prozent die Bedienungsanleitung, in Großbritannien 47 Prozent, in Ungarn 55 Prozent, in den USA und in Südkorea jeweils 52 Prozent), aber insgesamt gilt auch hier: Etwa die Hälfte der Befragten vertraut auf das eigene technische Verständnis und die intuitive Bedienbarkeit des neuen Geräts.
Schnelligkeit. Ebenfalls ein wichtiger Aspekt für die Konsumenten. Lange Wartezeiten, z. B. beim Laden einer Internetseite, sind in Deutschland für rund drei Viertel der Befragten (78%) völlig inakzeptabel, in der Vergleichsgruppe der Digitalen Avantgarde sind es sogar bereits rund 84 Prozent, die nicht bereit sind, lange auf das Laden einer Internetseite zu warten. Vergleichsweise ungeduldig sind auch die französischen Befragten (81%), etwas mehr Gelassenheit legen lediglich die Befragten aus Südkorea an den Tag (70%).
Personalisierte Inhalte. Der allgemein erkennbare Trend zur Individualisierung macht natürlich auch vor Internet und Telekommunikation nicht halt: 56 Prozent der befragten Deutschen geben an, dass sie sich im Internet vor allem für personalisierte bzw. personalisierbare Inhalte und Angebote interessieren. In einer vergleichbaren Größenordnung liegen auch die Zustimmungswerte in Großbritannien (56%) und den USA (55%). Welchen Stellenwert Individualisierung und Personalisierung jedoch in Zukunft erhalten werden, lässt sich erahnen, wenn man die Digitale Avantgarde in Deutschland betrachtet. Ganze 84 Prozent der Befragten dieses Clusters geben an, solche Angebote zu bevorzugen, die auf ihre ganz persönlichen Interessen zugeschnitten sind. Und auch in Südkorea, in vielerlei Hinsicht ein Vorreiter in Sachen Digitalisierung und Vernetzung, ist der Wunsch nach individualisierten Angeboten mit 71 Prozent bereits heute deutlich höher ausgeprägt als in den übrigen Ländern (siehe Abbildung 17 und 18).
Hohe Datensicherheit. Rund die Hälfte der Befragten in Deutschland (50%) gibt an, sich öfter Sorgen darüber zu machen, dass ihre privaten Daten im Internet in falsche Hände kommen könnten. In der Vergleichsgruppe der Digitalen Avantgarde liegt dieser Wert noch etwas höher (57%) und damit im Bereich der anderen Länder. Die größten Sorgen vor dem Missbrauch ihrer privaten Daten haben die Südkoreaner mit 60 Prozent, die geringsten Sorgen machen sich die Befragten aus Ungarn mit 42 Prozent.
Hohe Convenience. 50 Prozent der Befragten fänden es gut, wenn sie sich im Internet nicht für jeden Dienst einzeln anmelden müssten, bei den Digitalen Avantgardisten sind es sogar 68 Prozent. Etwa ein Drittel der Befragten in Deutschland (34%) und rund 48 Prozent der Digitalen Avantgarde geben an, gelegentlich den Überblick über all die verschiedenen Passwörter und PINs zu verlieren, die man sich so merken muss. 56 Prozent der deutschen Onliner insgesamt und rund drei Viertel der Digitalen Avantgardisten hätten gerne eine einzige Nummer oder Adresse, unter der sie dann auf allen Medien (Telefon, E-Mail etc.) erreichbar wären. 80 Prozent der Befragten finden Dienste wie den synchronisierten Abgleich von Kontakten und Adressbüchern auf allen Endgeräten sehr interessant oder interessant. Das alles zeigt: Dienste, die dabei helfen, die technische Vielfalt handhabbar zu machen, bestehende Angebote einfacher, bequemer und übersichtlicher zu machen, sind hoch gefragt bei den Konsumenten.


