LIFE 1 - Materielles und Finanzielles

Zum Lebensbereich Materielles und Finanzielles zählen Themen wie E-Commerce, Finanzen, Vermögen, Wohnen oder Automobil. Für 48 Prozent der befragten Deutschen sind Digitalisierung und Vernetzung bei diesen Themen bereits unverzichtbar oder von sehr hoher Bedeutung. Noch höhere Bedeutung hat die Digitalisierung nur noch in Südkorea und Großbritannien, wo 53 Prozent (Südkorea) beziehungsweise 52 Prozent der Befragten (Großbritannien) in materiellen und finanziellen Belangen schon heute hoch vernetzt sind. Am höchsten jedoch ist die Bedeutung digitaler Angebote aus dem Bereich Materielles und Finanzielles mit rund 81 Prozent in der Konsumentengruppe der Digitalen Avantgarde. Trotz dieses bereits sehr hohen Ausgangsniveaus erwarten 79 Prozent der befragten Experten und 62 Prozent der deutschen Onliner künftig noch einen weiteren deutlichen Bedeutungsanstieg der Digitalisierung für diesen Lebensbereich.

Shopping im Internet

Abbildung 40: Shopping im Internet

Das Internet – wichtiger Einkaufskanal und unverzichtbare Informationsquelle

Die Studie zeigt, dass das Internet im Lebensbereich Materielles und Finanzielles in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat und für die Befragten in den meisten Ländern der Studie inzwischen ein ganz selbstverständlicher – und sehr hilfreicher – Bestandteil ihres Einkaufsverhaltens geworden ist. Die Ergebnisse der Befragung sprechen eine sehr eindeutige Sprache: 70 Prozent der befragten deutschen Onliner geben an, heute viel mehr im Internet einzukaufen als noch vor drei Jahren. In Sachen Akzeptanz des Internets als Einkaufskanal liegt Deutschland damit an dritter Stelle, übertroffen nur noch von den Befragten aus Großbritannien und Südkorea. In Großbritannien geben drei Viertel der Befragten (75%) an, heute deutlich mehr im Internet einzukaufen als vor drei Jahren, in Südkorea sind es sogar 83 Prozent. In ähnlichem Ausmaß hat sich auch das Shoppingverhalten der Digitalen Avantgarde verändert, hier sind es 82 Prozent (siehe Abbildung 40).

Information vor dem Kauf

Abbildung 41: Information vor dem Kauf

Im Lebensbereich „Materielles und Finanzielles“ hat das Internet aber nicht nur hohe Bedeutung als Absatz bzw. Einkaufskanal, sondern auch als Informationsmedium. In fast allen Ländern der Studie geben mehr als drei Viertel der Befragten an, sich im Internet zu informieren, bevor sie ein neues Produkt kaufen, etwa indem sie die (Produkt-)Bewertungen anderer Kunden lesen oder Preisvergleiche anstellen. In Ungarn und Südkorea nutzen sogar über 80 Prozent der Befragten das Internet, um sich vor einem Kauf zu informieren, in der Gruppe der Digitalen Avantgarde sind es über 90 Prozent (siehe Abbildung 41).

Austausch mit anderen Usern

Abbildung 42: Austausch mit anderen Usern

In diesem Zusammenhang besonders interessant: 44 Prozent der Befragten in Deutschland (und noch mehr in den übrigen Ländern der Studie) halten dabei die Informationen, die von anderen Usern veröffentlicht wurden, für glaubwürdiger als diejenigen Informationen, die von Unternehmen verbreitet werden. 29 Prozent der deutschen Befragten teilen dann auch ihre eigenen Erfahrungen mit Produkten und Services über das Internet mit anderen Nutzern. Deutlich höher liegt dieser Anteil in der Gruppe der Digitalen Avantgarde: Hier sind es fast doppelt so viele, nämlich 59 Prozent, die im Internet Produktbewertungen schreiben und auf diese Weise auch andere Internetnutzer an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. So prägt die Digitale Avantgarde die Meinung der anderen User mit (siehe Abbildung 42).

Internet und Geldanlage

Abbildung 43: Internet und Geldanlage

Aber nicht nur in materiellen Belangen ist das Internet eine wichtige Informationsquelle, sondern auch, wenn es um Finanzthemen geht. Jeweils 55 Prozent der Befragten in Großbritannien und Südkorea geben an, dass das Internet für sie in Sachen Geldanlage unverzichtbar sei. In Deutschland ist es jeder zweite Befragte, der es nicht missen möchte, sich im Internet über Finanzprodukte zu informieren, Anlagetipps zu holen oder seine Bankgeschäfte online zu erledigen. In der Gruppe der Digitalen Avantgarde liegt der Wert sogar bei 76 Prozent (siehe Abbildung 43).

Interesse an verschiedenen Diensten und Angeboten

77 Prozent der deutschen Onliner geben an, sich vor einem Kauf im Internet zu informieren (siehe Abbildung 41) – und genauso viele sind es auch, die Angebote zum Online-Preisvergleich „sehr interessant“ oder „interessant“ finden.

Beurteilung verschiedener Dienste im Bereich Finanzielles und Materielles

Abbildung 44: Beurteilung verschiedener Dienste im Bereich Finanzielles und Materielles

Mit Blick in die Zukunft interessieren sich 61 Prozent der Befragten (sehr) für sogenannte Intelligent Car Systems, also Angebote rund um die selbstständige Vernetzung von Autos miteinander. Mit solchen Systemen könnten Autos zukünftig beispielsweise automatisch Abstand halten, Umfahrungsempfehlungen würden sich dem jeweiligen Verkehrsfluss anpassen. 41 Prozent der Befragten haben an Diensten aus dem Themenbereich Smart Homes Interesse, hiermit sind zum Beispiel intelligente Haushaltsgeräte oder vernetzte Wohnungen gemeint. Mehr als jeder dritte Studienteilnehmer in Deutschland (39%) gibt an, solche Angebote „sehr interessant“ oder „interessant“ zu finden, die mit einer Art „digitalen Aura“ arbeiten, die um Personen und Objekte liegt. Sobald solche Objekte mit digitaler Aura zusammenkommen, können sie sich selbstständig vernetzen – so könnten zum Beispiel Autos ihre Parklücken selbst finden oder Hemden der Waschmaschine mitteilen, bei welcher Temperatur sie gewaschen werden wollen. Dienste, die mit dem elektronischen Bezahlen zusammenhängen, beispielsweise das Bezahlen kleinerer Beträge über das Mobiltelefon, würden sich 38 Prozent der Internetbevölkerung in Deutschland wünschen. Weiterhin interessant: neue Shoppingmöglichkeiten (siehe Abbildung 44).

Bedeutung des mobilen Zugriffs im Bereich Materielles und Finanzielles

Abbildung 45: Bedeutung des mobilen Zugriffs im Bereich Materielles und Finanzielles

Diese beiden Länder sind es auch, in denen es den Konsumenten besonders wichtig ist, auf Angebote aus dem Lebensbereich Materielles und Finanzielles jederzeit und überall Zugriff zu haben: 51 Prozent der Befragten in Frankreich und ganze 69 Prozent in Südkorea geben an, der mobile Zugriff wäre für sie sehr wichtig oder sogar entscheidend für die Nutzung der Angebote. Auch den Ungarn ist die hohe Verfügbarkeit der Angebote wichtig, dort findet es knapp jeder zweite Befragte sehr wichtig, die beschriebenen Angebote beispielsweise auch von einem Mobiltelefon mit Internetzugang aus nutzen zu können. In Deutschland sind es dagegen bislang noch etwas weniger, nämlich 42 Prozent der Befragten, die Wert auf die Überall-Verfügbarkeit legen. Diese aktuell noch eher niedrige Zahl relativiert sich aber bei einem Blick auf die Digitale Avantgarde: Hier liegt der entsprechende Wert mit 73 Prozent bereits deutlich darüber (siehe Abbildung 45).

Wirft man einen Blick auf die weiteren Länder der Studie, so fällt auf, dass jeweils die Befragten aus Frankreich und Südkorea an all diesen Angeboten das größte Interesse haben: Die französischen Onliner interessieren sich in besonders hohem Maße für die Themen Online-Preisvergleich, Smart Homes und Intelligent Car Systems. Südkorea zeigt das höchste Interesse an Nutzerrezensionen, digitaler Aura, elektronischem Bezahlen und den neuen interaktiven Shoppingmöglichkeiten.