LIFE 1 - Fazit

FazitDie vorliegende Studie zeigt, dass der Grad der digitalen Vernetzung bereits sehr hoch ist. In fast allen untersuchten Lebensbereichen spielen Digitalisierung und Vernetzung schon heute eine sehr große Rolle. Dabei besteht in allen Lebensbereichen – vor allem aber im Bereich Freizeit und Wohlbefinden – eine sehr starke Verzahnung von Online- und Offline-Aktivitäten. Trotz des bereits sehr hohen Digitalisierungsgrades gehen Experten wie auch Konsumenten von einer weiteren Zunahme der Bedeutung von Digitalisierung und Vernetzung in allen Lebensbereichen aus.

Die Zukunft des digitalen Lebens

Technischer Fortschritt, höhere Netzabdeckungen und größere Bandbreiten mit höheren Übertragungsgeschwindigkeiten werden ein rasches weiteres Fortschreiten der Digitalisierung und Vernetzung ermöglichen. Das starke Interesse der Konsumenten an den verschiedenen vorgestellten Diensten zeigt, dass die Konsumenten für den nächsten Schritt in Richtung digitaler Zukunft bereit sind.

Wie diese digitale Zukunft für Deutschland aussehen könnte, lässt sich erahnen, wenn man den Blick der Konsumentengruppe der Digitalen Avantgarde zuwendet. Diese Konsumentengruppe, technische Vorreiter, nutzt die digitalen Medien bereits heute in einer Weise, wie es die breite Masse der Konsumenten, der Digitale Mainstream, in absehbarer Zeit voraussichtlich ebenfalls tun wird.

Vernetzung und Lebenszufriedenheit

Abbildung 51: Vernetzung und Lebenszufriedenheit

Die Avantgardisten leben schon jetzt ein digitales Leben – einen vernetzten Lebensstil, der offensichtlich den Alltag erleichtert, einen besseren Informationsaustausch mit sich bringt, und es einfacher macht, private und berufliche Kontakte zu pflegen. Die Analysen zeigen, dass die Digitale Avantgarde mit ihrem Leben deutlich zufriedener ist, als die anderen, heute noch weniger vernetzten Konsumentengruppen: Der Aussage „Alles in allem gesehen, bin ich mit meinem Leben sehr zufrieden“ stimmen 81 Prozent der Digitalen Avantgarde zu oder voll und ganz zu, rund 71 Prozent des Digitalen Mainstreams, aber nur 66 Prozent der Digitalen Nachzügler (siehe Abbildung 51).

Obwohl die Lebenszufriedenheit von mehreren Faktoren abhängig ist, und obwohl auf Grund der Erhebungen keine Aussagen über das Ursache-Wirkungs-Verhältnis gemacht werden können, lassen die deutlichen und statistisch signifikanten Unterschiede in der Lebenszufriedenheit der Konsumentengruppen die These zu, dass die wahrgenommene Lebensqualität mit der Teilhabe an Digitalisierung und Vernetzung zusammenhängt.

Dazu passt auch, dass sich der Aussage „Insgesamt erhöhen die heutigen Internetangebote und technischen Geräte meine Lebensqualität“ 64 Prozent der befragten Deutschen anschließen können. Die Zustimmung zu dieser Aussage zieht sich dabei durch alle drei Konsumentengruppen: Digitale Avantgarde, Digitaler Mainstream und Digitale Nachzügler nehmen die Digitalisierung und Vernetzung positiv wahr.

Interessante Anhaltspunkte für unsere digitale Zukunft lassen sich aber nicht nur aus der Betrachtung der Digitalen Avantgarde und der beiden weiteren Konsumentengruppen ableiten, sondern auch aus dem Ländervergleich. Während Deutschland, Frankreich und Großbritannien in dieser Studie typische EU-Märkte repräsentieren, dient Ungarn als Beispiel für Osteuropa. Die Ergebnisse aus Südkorea gestatten uns einen Blick auf das Nutzungsverhalten der asiatischen Konsumenten und die USA den Blick über den Atlantik. In einigen dieser Länder sind Digitalisierung und Vernetzung heute bereits deutlich weiter vorangeschritten als in Deutschland. Natürlich sind die Ergebnisse des Ländervergleiches aufgrund infrastruktureller und kultureller Unterschiede nicht einfach eins zu eins auf Deutschland und seine Zukunft übertragbar, Tendenzen freilich lassen sich dennoch erkennen.

In vielen Lebensbereichen nimmt beispielsweise Südkorea die Spitzenposition ein. Verschiedene Anwendungen und Dienste, wie etwa das Hochladen und Teilen von Videos im Internet, werden dort heute bereits sehr viel häufiger und selbstverständlicher genutzt als in Europa. Auch der Trend zum mobilen Arbeiten ist in Südkorea bereits deutlich weiter verbreitet als bei uns. Und auch Design- und Lifestyle-Aspekte – wenn es etwa um trendige Endgeräte geht – haben in Südkorea einen ganz besonders hohen Stellenwert bei den Konsumenten. Auch Frankreich zeigt bereits einen sehr hohen Digitalisierungsgrad, vor allem im Bereich Freizeit und Wohlbefinden. Die Ausstattung mit Spielkonsolen ist in Frankreich am höchsten. Und für 76 Prozent der französischen Befragten sind Internet und Telekommunikation nicht aus ihrer Freizeitgestaltung wegzudenken – so wichtig sind Internet und Telekommunikation für die Freizeit noch in keinem anderen Land. In Ungarn hingegen hat die Digitalisierung besondere Bedeutung im Lebensbereich Arbeiten und Lernen. 69 Prozent der befragten Ungarn geben an, im Rahmen ihrer Tätigkeit auf Internet und Telekommunikation angewiesen zu sein. In keinem anderen Land der Studie sind Internet und Telekommunikation so wichtig für das Arbeitsleben. Großbritannien wiederum ist Vorreiter in Sachen sozialer Vernetzung – rund 61 Prozent der Befragten in Großbritannien sind Mitglied in einem Social Network. Und die USA schließlich geben den Ton an, was die mobile Nutzung ihrer technischen Geräte angeht: 68 Prozent der dort Befragten beschäftigen sich mit ihren technischen Geräten häufig auch, wenn sie unterwegs sind. Auch die Erkenntnis, dass das Internet das Leben für ältere Menschen einfacher macht, hat sich bislang am weitesten in den USA durchgesetzt: 64 Prozent der befragten Amerikaner stimmen dieser Aussage zu, deutlich mehr als in den übrigen Ländern.

Wie aber müssen die Dienste aussehen, die uns in die digitale Zukunft begleiten? Die vorliegende Studie macht deutlich, dass sie grundsätzlich folgende Anforderungen erfüllen müssen: einfach und intuitiv in der Nutzung, schnell und sicher. Sie müssen bequem zu verwenden sein – und zugleich personalisierte Inhalte bieten. Dabei sind Datensicherheit und ein seriöser Anbieter für die Konsumenten wichtiger als der Preis. Dies deckt sich auch mit der Sicht der Experten, die bei der Angebotsgestaltung folgende künftige Herausforderungen sehen: Intuitive Bedienbarkeit, Seamless Integration, personalisierte und kontextsensitive Benutzeroberflächen, Datensicherheit. Auf die Weiterentwicklung in diese digitale Zukunft darf man gespannt sein.