Alte Freunde aus der Schulzeit wiederfinden, über gemeinsame Interessen neue Freundschaften schließen, mit Freunden und Bekannten in Kontakt bleiben, die Verbindung zur Familie aufrechterhalten – dabei helfen Internet und Telekommunikation. Ob es nun um den schnellen Chat mit Freunden über die Plattform eines privaten Social Networks geht oder darum, den Verwandten die Fotos vom letzten Familienfest in einem Online-Fotoalbum verfügbar zu machen: Digitalisierung und Vernetzung spielen im Lebensbereich „Familie und Freunde“ heute bereits für 57 Prozent der befragten Deutschen eine bedeutende Rolle. 51 Prozent der befragten Onliner in Deutschland geben sogar an, sie wären ohne Internet und Telekommunikation nicht in der Lage, ihre Freundschaften bzw. die Beziehung zu ihrer Familie aufrechtzuerhalten.
So wichtig sind Internet und Telekommunikation
Der Kontakt mit Familie und Freunden gehört zu den Dingen, die den meisten Menschen besonders wichtig sind. Internet und Telekommunikation helfen uns, wichtige Kontakte zu pflegen und Nähe auch über lange Distanzen aufzubauen. Wie sehr, das zeigen unter anderem die Zustimmungswerte zu der Aussage „Ohne Internet und Telekommunikation könnte ich Freundschaften / die Beziehung zu meiner Familie nicht aufrechterhalten“.
51 Prozent der Befragten in Deutschland stimmen hier (voll und ganz) zu, in den USA und in Großbritannien sind es jeweils 57 Prozent, in Ungarn 69 Prozent. Noch wichtiger sind Internet und Telekommunikation für das Kontakthalten mit Freunden und Familie in Frankreich, hier liegen die Zustimmungswerte bei 73 Prozent. Die Vergleichsgruppe der Digitalen Avantgarde liegt mit knapp 77 Prozent sogar noch einmal deutlich darüber (siehe Abbildung 28).
Für die Befragten in vielen Ländern ist das Mobiltelefon schon heute die wichtigste Schnittstelle zu Freunden und Verwandten geworden. Der Aussage „Wenn Freunde versuchen, mich zu erreichen, rufen sie mich zuerst auf dem Mobiltelefon an“ stimmen zum Beispiel 81 Prozent der ungarischen Befragten und 73 Prozent der Befragten in Südkorea zu oder voll und ganz zu – ein Hinweis auf einen zunehmend mobilen Lebensstil und die hohe Bedeutung der mobilen Erreichbarkeit in diesen Ländern. In Deutschland scheinen dagegen die Zustimmungswerte bei der entsprechenden Frage auf den ersten Blick noch recht gering zu sein; sie liegen insgesamt bei knapp 28 Prozent. Die detaillierte Aufschlüsselung in die drei verschiedenen Konsumentencluster zeigt jedoch bereits, wohin wohl auch in Deutschland die Entwicklung gehen wird. Während von den Digitalen Nachzüglern erst 17 Prozent angeben, dass das Mobiltelefon der erste Kontaktpunkt für ihre Freunde ist, sind es in der Konsumentengruppe des Digitalen Mainstreams bereits 29 Prozent und bei den Digitalen Avantgardisten rund 49 Prozent.
Welchen Stellenwert das Mobiltelefon für uns bereits hat, lässt sich aber auch an einer anderen Zahl ablesen: Um immer erreichbar zu sein, würde in Deutschland bereits jeder dritte Befragte nochmals umkehren, wenn er unterwegs merkt, dass er sein Mobiltelefon zu Hause vergessen hat. Bei der Digitalen Avantgarde sind es sogar 68 Prozent – das entspricht in etwa dem Durchschnitt der übrigen befragten Länder der Studie (siehe Abbildung 29).
Ebenfalls ein wichtiger Aspekt im Lebensbereich „Familie und Freunde“: neue Freundschaften schließen und alte Freundschaften reaktivieren. Hier hilft vor allem das Internet: 31 Prozent der deutschen Onliner geben an, über das Internet viele alte Freunde, z. B. aus der Schulzeit, wiedergefunden zu haben. Bei der Digitaln Avantgarde sind es sogar 56 Prozent. Eine besonders wichtige Rolle beim Auffinden alter Bekannter spielt das Internet offensichtlich in Ungarn mit 61 Prozent (siehe Abbildung 30). Über das Internet finden sich aber nicht nur alte, sondern auch neue Freunde: Bereits 35 Prozent der Digitalen Avantgarde in Deutschland geben an, viele ihrer jetzigen Freunde ursprünglich über das Internet kennengelernt zu haben (zum Vergleich: Ø aller Befragten in Deutschland= 14%).
Diese Dienste sind interessant für die Konsumenten
56 Prozent der deutschen Internetbevölkerung interessieren sich für Angebote aus dem Bereich Personal Networking. Damit sind Dienste und Angebote gemeint, die es einem ermöglichen, einen besseren Überblick über Kontakte und Adressen zu behalten, indem sie beispielsweise für eine automatische Synchronisierung und Aktualisierung aller Adressdaten, Kalender, Telefonnummern etc. auf allen Endgeräten sorgen. Ebenfalls großes Interesse besteht in Deutschland an Social Networks, also an Plattformen, in welchen man ein persönliches Profil anlegen und sich mit seinen Freunden austauschen kann. Bekannte Beispiele für solche Plattformen sind etwa MySpace, Facebook oder StudiVZ. 47 Prozent der deutschen Befragten bekunden sehr hohes oder hohes Interesse an solchen Plattformen.
Fast genauso interessant wie die Social Networks finden die Befragten aber auch die anderen Netzgemeinschaften, in denen es weniger um den persönlichen Kontakt als vielmehr um den Austausch zu bestimmten Themen geht. Beispiele hierfür wären etwa Online-Fanclubs oder Online-Communitys zu bestimmten Marken, Produkten oder Themen (46%). Vier von zehn Befragten in Deutschland (41%) bekunden auch sehr hohes oder hohes Interesse an Angeboten, die das Teilen digitaler Inhalte erlauben, also zum Beispiel Foto- und Videoplattformen, Online-Fotobücher etc. Jeder dritte Befragte in Deutschland (33%) interessiert sich für neue Formen der Kommunikation (z. B. Instant Messaging, Bildtelefonie, RSS Feeds und Blogs). 16 Prozent der Befragten interessieren sich für Angebote rund um das Thema Online-Dating und Online-Flirten (siehe Abbildung 31).
Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass sich vor allem die Südkoreaner, aber auch die französischen Befragten an den meisten Angeboten bereits interessierter zeigen als die übrigen Länder. Auch die ungarischen Befragten sind den verschiedenen Angeboten gegenüber sehr aufgeschlossen. Beispielsweise sind neue Möglichkeiten, mit den Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, schon für 61 Prozent der ungarischen, 60 Prozent der französischen und 53 Prozent der südkoreanischen Onliner von hohem Interesse. Aber auch die Digitale Avantgarde in Deutschland zeigt sich mit 72 Prozent sehr interessiert an Bildtelefonie, Blogs, Instant Messaging etc. (siehe Abbildung 32).
In Frankreich, Ungarn und Südkorea ist auch der mobile Zugriff besonders wichtig. Für 56 Prozent der Befragten aus Südkorea ist es entscheidend oder sehr wichtig, auf Angebote aus dem Bereich Freunde und Familie überall und jederzeit zugreifen zu können. Das Gleiche gilt für 51 Prozent der Befragten in Frankreich und 44 Prozent der ungarischen Befragten. In Deutschland legen heute 36 Prozent der befragten Onliner Wert auf den mobilen Zugriff – dass die Bedeutung der mobilen Nutzung aber auch in Deutschland in Zukunft vermutlich noch erheblich ansteigen wird, zeigt der Blick auf die Digitale Avantgarde. Rund 72 Prozent dieser Konsumentengruppe legen bereits heute hohen Wert darauf, Dienste aus dem Bereich Freunde und Familie auch mobil nutzen zu können (siehe Abbildung 33).






